07.01.2017 / Schwerpunkt / Seite 3

»Klassenkampf im Frieden führen«

Opfer, Geschlechtergerechtigkeit und Umweltschutz spielen eine wichtige Rolle im Friedensprozess in Kolumbien. Gespräch mit Enrique Santiago

Carmela Negrete und Ana Barrena Lertxundi

Sie haben die FARC während des Friedensprozesses juristisch beraten. Wie wurden Sie der Rechtsanwalt der Guerilla?

Ich arbeite gewöhnlich auf völkerrechtlicher Ebene zu den Menschenrechten. 1991 habe ich begonnen, mich in Kolumbien an Programmen zur Verteidigung der Menschenrechte und zur Betreuung von Vertriebenen zu beteiligen. In Spanien war ich zudem sieben Jahre lang Generalsekretär der Kommission für Flüchtlingshilfe, aus dieser Zeit kenne ich die Probleme der in Spanien lebenden Exilierten, von denen viele Kolumbianer sind. Als der Friedensprozess begann, baten die FARC eine Reihe von Einrichtungen, denen sie vertrauten, um juristische Beratung, insbesondere zu Fragen des internationalen humanitären Rechts, des internationalen Strafrechts und der Menschenrechte. Ich wurde, zusammen mit anderen, von der Organisation »Kolumbianer für den Frieden« der Senatorin Piedad Córdoba vorgeschlagen. Von den zwei schließlich ausgewählten Juristen war ich ein...

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