04.01.2017 / Ausland / Seite 6

Diktatur und Bürgerkrieg

Jahresrückblick 2016. Heute: Türkei. Das Regime von Präsident Erdogan nutzt Putschversuch und Anschläge, um seine Herrschaft weiter auszubauen

Kevin Hoffmann, Istanbul

An das Frühjahr 2015 – genauer gesagt, an den damals noch existierenden Verhandlungsprozess der türkischen Regierung mit der kurdischen Freiheitsbewegung, denkt kaum noch jemand in der Türkei. Seitdem ist viel geschehen: Mehr als 20 Bombenanschläge haben das Land im Jahr 2016 erschüttert. Recep T. Erdogan hat den Staat endgültig in eine Diktatur verwandelt und die Türkei in einen Bürgerkrieg manövriert. Vor den Wahlen im November 2015 rief er dazu auf, man solle sich zwischen seiner konservativ-islamischen Regierungspartei AKP und dem Chaos entscheiden.

Die Mehrheit der Wähler folgte seinem Ruf, und nun ist die Türkei so tief im Chaos versunken wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Durch die Gesellschaft geht ein Riss. Auf der einen Seite stehen die Anhänger der faktischen Koalition aus AKP und der faschistischen MHP. Ein Pool aus Nationalisten, Faschisten und Islamisten. Die nationalistisch-kemalistische CHP hat spätestens seit dem Putschversuch im Juli 2016 o...

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