04.01.2017 / Inland / Seite 4

Kapitel Zschäpe bald erledigt

Jahresrückblick. Heute: NSU-Prozess. Das Münchner Verfahren geht zu Ende, die umfassende Aufklärung lässt noch auf sich warten

Claudia Wangerin

Die Beweisaufnahme im Münchner Prozess um den »Nationalsozialistischen Untergrund« (NSU) neigt sich nach dreieinhalb Jahren dem Ende zu. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe dürfte spätestens 2016 begriffen haben, dass sie an einem »Lebenslänglich« nicht vorbeikommen wird. Das forensisch-psychiatrische Gutachten legt nach Medienberichten auch eine anschließende Sicherungsverwahrung nahe. Vorgetragen werden konnte es allerdings noch nicht, da ihre Anwälte kurz vor der Weihnachtspause die Abberufung des Gutachters Professor Henning Saß beantragten. Auch erneute Befangenheitsanträge gegen die Richter verzögerten das Unausweichliche.

Die heute 42jährige Zschäpe gilt unter anderem als Mittäterin bei zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen des NSU – sie lastet diese Verbrechen allein ihren toten Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt an und schont alle lebenden Verdächtigen. Einige Nebenklagevertreter halten weder Zschäpes Darstellung noch die Drei-Täter-Theori...

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