31.12.2016 / Ausland / Seite 7

Heldin und Problembärin

Ukraine: Ehemalige Pilotin Nadeschda Sawtschenko gründet eigenes politisches Projekt. Sie will das Land radikal dezentralisieren. Wem nützt das?

Reinhard Lauterbach

Als die ukrainische Kampffliegerin Nadija »Nadeschda« Sawtschenko in Russland knapp zwei jahre inhaftiert war, machte ihre Heimat sie zur Nationalheldin. Julia Timoschenkos Vaterlandspartei setzte sie in Abwesenheit auf Platz eins ihrer Liste und verschaffte ihr so einen Parlamentssitz. Als Sawtschenko, in Russland im März 2016 zu 22 Jahren Haft verurteilt und anschließend begnadigt, im Mai in die Ukraine zurückkehrte, wurde schnell klar, dass die politische Klasse des Landes mit ihr ein Problem bekommen würde. Nicht nur, dass sie Präsident Petro Poroschenko offen ihre Geringschätzung demonstrierte, als der sie auf einer Pressekonferenz zum eigenen Ruhm vorführen wollte; sie machte rasch deutlich, wie sie sich eine Beendigung des Kriegs im Donbass vorstelle. Vor allem reden müsse man miteinander, durchbrach sie anfangs noch rhetorisch den ukrainischen Boykott aller Kontakte zur Führung der international nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk...

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