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29.12.2016 / Feuilleton / Seite 10

Der Internetbürger

Thomas Wagner

Linke Netzenthusiasten haben die Erwartung geschürt, dass die moderne Kommunikationstechnologie nicht nur die materiellen Grundlagen für eine gerechtere und glücklichere Neuorganisation der Gesellschaft bereitstelle, sondern darüber hinaus auch die dafür notwendige soziale Transformation vorantreibe. Manch einer dachte, die bessere Gesellschaft würde sich gleichsam naturwüchsig aus dem Internet heraus entwickeln. Diese Position, schreibt César Rendueles in seinem 2015 veröffentlichten Essay »Soziophobie. Politischer Wandel im Zeitalter der digitalen Utopie«, werde auch von Entscheidungsträgern in Kalifornien vertreten. Dem Kapitalismus digitaler Plattformen sei die Weltanschauung unbegrenzter technologischer Machbarkeit zu eigen, »deren Hauptquartiere sich im Silicon Valley befinden«, so der spanische Soziologe. Dabei hatte sich früh abzuzeichnen begonnen, dass die Probleme, die mit den sich verflüchtigenden sozialen Bindungen und den fragmentierten postm...

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