12.12.2016 / Inland / Seite 2

»Ich konnte die Zahlen selbst erst nicht glauben«

Um eine Stabilität beim Rentenniveau zu erreichen, wären wegen der Preisentwicklung enorme Steigerungen nötig. Gespräch mit Gerd Bosbach

Ralf Wurzbacher

Es ist ja bereits bekannt, dass die aus der gesetzlichen Rentenversicherung, RV, erwachsenden Altersbezüge infolge wiederholter »Rentenreformen« real zurückgegangen sind. Sie haben sich die Zeitreihen angesehen, die die RV im Oktober veröffentlicht hat, und beziffern den Schwund sehr konkret. Was haben Sie ermittelt?

Die diversen sogenannten Rentenreformen, mit denen das Rentenniveau mit voller Absicht schrittweise herabgesenkt wurde, sind das eine. Weitere wichtige Faktoren sind die hohe Arbeitslosigkeit mit zwischen 2,5 Millionen und fünf Millionen Betroffenen seit 1991, der stark ausgebaute Niedriglohnsektor sowie die fast 15 Jahre lang praktizierte Lohnzurückhaltung zur Stärkung der deutschen Exportwirtschaft. Was ich sagen will: Altersarmut lässt sich nicht allein damit bekämpfen, dass das Rentenniveau stabilisiert wird. Wenn im Berufsleben immer weniger Geld hängenbleibt, bleibt auch fürs Alter immer weniger übrig.

Wieviel weniger?

Die Zahlen sind ersc...

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