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10.12.2016 / Geschichte / Seite 15

Unerwartete Solidarität

Vor 25 Jahren bewahrte der chilenische Botschafter in Russland Erich Honecker für kurze Zeit vor der Abschiebung nach Deutschland

Frank Schumann

Nachdem Ärzte zu Beginn des Jahres 1990 bei Erich Honecker Nierenkrebs festgestellt hatten, musste sich der ehemalige Staatsratsvorsitzende der DDR und Generalsekretär der SED, der am 17. Oktober 1989 abgesetzt worden war, einer Operation unterziehen. Diese nahm der Urologe Peter Althaus in der Berliner Charité vor. Er war es auch, der Honeckers Haftverschonung durchsetzte, nachdem dieser am Abend des 28. Januar festgenommen worden war. Ihm wurde vorgeworfen, seine Macht »zum Vermögensvorteil für sich und andere« missbraucht zu haben. Nach einem Tag im Haftkrankenhaus in Berlin-Rummelsburg wurde Honecker entlassen und gemeinsam mit seiner Frau Margot in ein Pfarrhaus nach Lobetal gebracht. Weder in Wandlitz noch sonstwo in der DDR hatte sich eine Bleibe für das Ehepaar gefunden. Keiner der einstmals 2,3 Millionen Genossen der Sozialistischen Einheitspartei übte Solidarität und teilte sein Haus mit ihnen oder überließ den beiden seine winterfeste Datsche.

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