08.12.2016 / Feuilleton / Seite 11

Das Untote im Spätkapitalismus

Der Manga »I am a Hero« schildert die Zombieapokalypse aus der Sicht eines unsicheren Comiczeichners

Michael Streitberg

Auch ohne eine Zombieapokalypse wäre Hideos Leben schon schwierig genug: Der mäßig erfolgreiche Mangazeichner hat es mit Mitte Dreißig noch nicht zum großen Durchbruch geschafft, von dem er immer träumt. Zudem plagen ihn allerlei Ängste: Wenn er abends in seine mit Sicherheitsschlössern verriegelte Bude in der Tokioter Innenstadt kommt, wird er nicht selten von einem imaginären Mitbewohner geplagt. Der glotzt ihn schon mal aus dem Abfluss seiner Toilette an und lässt sich dann widerspruchslos ins Gesicht pinkeln. Im Umgang mit anderen Menschen ist Hideo oft unsicher und gehemmt. Auch die Beziehung zu seiner ebenfalls leicht neurotischen Gelegenheitsfreundin bietet ihm keinen rechten Halt.

Als er eines Morgens Zeuge wird, wie das Opfer eines schweren Verkehrsunfalls unter einem riesigen Laster hervorkriecht und scheinbar unbehelligt seines Weges schlurft, glaubt er zunächst, Opfer einer weiteren Halluzination geworden zu sein. Nach und nach sieht er jedoch ...

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