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08.12.2016 / Feuilleton / Seite 10

Kulturelles Gedächtnis

Thomas Wagner

Wissen bedeutet Macht und wer sich anschickt, den Zugang zum Weltwissen zu organisieren, strebt nach Weltmacht. Als die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page Ende 2004 ihre Absicht erklärten, alle Informationen der Welt zugänglich und nutzbar machen zu wollen, wurde der darin zum Ausdruck kommende Herrschaftsanspruch auf Seiten der Linken kaum registriert. Es war der Präsident der französischen Bibliothèque Nationale, Jean-Noël Jeanneney, der dem Konzern damals den Fehdehandschuh hinwarf. Die Digitalisierung des kulturellen Erbes in Gestalt von Millionen gedruckter Bücher dürfe nicht einem nach Profit strebenden Unternehmen überlassen werden, erklärte er. Denn nicht um Aufklärung und die Pflege des Bildungsguts der Menschheit geht es Google, sondern darum, möglichst viele Menschen auf Internetseiten zu locken, die als Werbeflächen verkauft werden können. Die dabei erzielten Gewinne würden den privaten Sektor stärken und den Einfluss gemeinnütziger Ein...

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