05.12.2016 / Feuilleton / Seite 11

Parteilichkeit, glaubwürdig

Geschäftstüchtige »Courage« mit einem Schuss Erotik: Nachruf auf die große Brecht-Interpretin Gisela May

F.-B. Habel

Im Alter von 92 Jahren ist am Freitag die Schauspielerin und Sängerin Gisela May gestorben. 1951 von Wolfgang Langhoff ans Deutsche Theater geholt, entwickelte sie sich seit 1960 zu einer der letzten großen Diseusen des literarischen Kabaretts. Sie sang Texte von Kurt Tucholsky, Erich Kästner und Erika Mann, Melodien von Friedrich Hollaender, Paul Dessau und ihrem Entdecker Hanns Eisler. Die Komponisten Henry Krtschil und Manfred Schmitz schrieben ihr neue Lieder auf den Leib.

Untrennbar ist ihr Name mit Bertolt Brecht verbunden. Sie galt seit den 60ern weltweilt als die große Brecht-Interpretin, sang in Sydney und Moskau, Mailand und New York und zwischendurch auch in Bad Doberan oder Oberwiesenthal. Als sie 1965 auf Antikriegsveranstaltungen in Hamburg und Westberlin vor studentischem Publikum gemeinsam mit Wolfgang Neuß, Erich Kuby und anderen Texte von Brecht, Kästner und Tucholsky vortrug, inszenierte die Springer-Presse eine Hetzkampagne. Letztli...

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