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30.11.2016 / Inland / Seite 2

»Ohne Kontrolle bringen Vorsätze nichts«

Privatschulen sind elitäre Einrichtungen für die Kinder Besserverdienender, obwohl das Grundgesetz eine soziale Mischung vorschreibt. Gespräch mit Michael Wrase

Ralf Wurzbacher

Sie haben gemeinsam mit dem Bildungsforscher Marcel Helbig in einer Studie für das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung, WZB, die Genehmigungspraxis für Privatschulen in Deutschland untersucht. Dabei kam heraus: Eigentlich dürfte es diese Eliteschulen gar nicht geben. Warum nicht?

Wir haben uns die privaten allgemeinbildenden Schulen, die bis zum Abitur führen, angesehen. Dabei zeigte sich, dass die Schülerschaft sich weit überwiegend aus einkommensstarken Elternhäusern rekrutiert. Kinder aus Familien, die weniger Geld haben oder auf Sozialleistungen angewiesen sind, sind extrem unterrepräsentiert. Hielten sich die Bundesländer an den Wortlaut des Grundgesetzes, dann dürfte das nicht sein.

Was genau besagt dazu die Verfassung?

Darin heißt es klipp und klar, dass Privatschulen als Ersatzschulen nur dann zugelassen werden dürfen, wenn sie die Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht fördern. Genau dies geschieht aber praktisch üb...

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