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25.11.2016 / Inland / Seite 5

Angekommen im Verwaltungswust

Als erstes müssen sich Geflüchtete in der BRD durch den Wildwuchs an Paragraphen kämpfen

Susan Bonath

Sie kamen aus dem Krieg oder entflohen existentiellen Notlagen. Obwohl der deutschen Sprache nicht mächtig, sollen die frisch Angekommenen Formulare ausfüllen, Zeugnisse vorweisen und sich, unter Androhung von Strafen, eine Stelle suchen. Die meisten blicken im Paragraphendschungel nicht durch. In etwa so beschreibt der Sozialwissenschaftler Matthias Knuth von der Universität Duisburg-Essen die Situation von in der Bundesrepublik angekommenen Schutzsuchenden. Am Dienstag stellte Knuth das von ihm für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung erstellte Gutachten »Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen« vor. Dazu Knuth: »Die Konstruktion von Maßnahmen und Projekten spiegelt weniger die Bedarfe der Flüchtlinge als die Bedürfnisse der Akteure, Handlungs- und Kooperationsfähigkeit zu demonstrieren.« Mit anderen Worten: Letztere wollen sich vor allem selbst gefallen.

So sieht der Sozialforscher die Betroffenen in einem Dilemma. Ohne ausreichende Deutschkenntnisse ...

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