22.11.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Rio in der Krise

Milliardendefizit, Kriminalität und protestierende Bürger: Brasilianische Metropole nach Olympia weiter im Notstandsmodus

Norbert Suchanek, Rio de Janeiro

Olympia ist Geschichte, und Rio de Janeiro pleite. Immerhin, einer der Hauptverantwortlichen für das Debakel sitzt tatsächlich im Knast: Rios früherer Gouverneur Sérgio Cabral. Zusammen mit dem damaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und weiteren Politikern hatte Cabral die Fußball-WM 2014 sowie die Olympischen Spiele 2016 mit vollmundigen Versprechungen nach Brasilien in die Metropole am Zuckerhut geholt. Nun ist Cabral der Korruption angeklagt.

Es ist eingetreten, was viele zuvor befürchtet hatten. Laut einer Studie der Universität Oxford kostete allein Rios Olympiaabenteuer 4,56 Milliarden Dollar an Staatsgeldern, mehr als vier Milliarden Euro. Dies entspricht einem Großteil des aktuellen Haushaltsdefizits von umgerechnet etwa fünf Milliarden Euro des inzwischen zahlungsunfähigen Bundesstaats.

Bereits im Juli – also vor dem Start der Sommerspiele – hatte der frisch gewählte Gouverneur Luiz Fernando Pezão deshalb den finanziellen Notstand ausgeruf...

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