Gegründet 1947 Donnerstag, 18. Juli 2019, Nr. 164
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19.11.2016 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Geist der Abspaltung

Wenn das Alte stirbt und das Neue nicht zur Welt kommt. Notizen des italienischen Marxisten Antonio Gramsci (1891–1937) aus dem Jahr 1930 in seinen »Gefängnisheften« zur Krise bürgerlicher Herrschaft.

Vergangenheit und Gegenwart. (…) Wenn die herrschende Klasse den Konsens verloren hat, das heißt nicht mehr »führend«, sondern einzig »herrschend« ist, Inhaberin der reinen Zwangsgewalt, bedeutet das gerade, dass die großen Massen sich von den traditionellen Ideologien entfernt haben, nicht mehr an das glauben, woran sie zuvor glaubten usw. Die Krise besteht gerade in der Tatsache, dass das Alte stirbt und das Neue nicht zur Welt kommen kann: In diesem Interregnum kommt es zu den unterschiedlichsten Krankheitserscheinungen.

(...) Das Problem ist folgendes: Kann ein derart schwerwiegender Bruch zwischen Volksmassen und herrschenden Ideologien wie jener, der sich in der Nachkriegszeit (nach dem Ersten Weltkrieg, jW) ereignet hat, »kuriert« werden mit der bloßen Gewaltausübung, die neue Ideologien daran hindert, sich durchzusetzen? Wird das Interregnum, die Krise, deren historisch normale Lösung derart verhindert wird, notwendig zugunsten einer Restauration ...

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