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19.11.2016 / Inland / Seite 5

Datenleck im Jobcenter

Sachsen-Anhalt: Sozialdaten einer Flüchtlingsfamilie landen auf rechten Hetzseiten. Nun werden Eltern und Kinder bedroht. Die Polizei ermittelt

Susan Bonath

Abdul R. hat Angst um seine Ehefrau und fünf Kinder. Unbekannte bedrohen die anerkannte Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan in ihrer Wohnung in Merseburg (Sachsen-Anhalt), wie der 35jährige dem MDR sagte. Die Täter hätten nachts versucht, die Tür aufzubrechen. Hintergrund ist offenbar ein Datenleck im Jobcenter Saalekreis: Vor einer Woche waren zwei Seiten des Hartz-IV-Bescheides der Familie auf rechten Internetseiten aufgetaucht und dazu benutzt worden, Sozialneid zu schüren. Es wurde suggeriert, die Familie erhalte mehrere tausend Euro. Am Donnerstag hatte zuerst die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) darüber berichtet. Nun ermittelt die Polizei wegen Ausspähens von Daten. Sie prüfe den Tatbestand einer Bedrohung.

Hat ein Mitarbeiter des Jobcenters den Hartz-IV-Bescheid der Familie abfotografiert und bewusst nur auszugsweise, aber inklusive Namen und Anschrift ins Internet gestellt, um Hass und Sozialneid zu entfachen? Das vermutete der Familienvater im Gespräch...

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