17.11.2016 / Inland / Seite 2

»Sollen sie mich doch in den Knast stecken«

In Bautzen hat ein Polizist eine ­bekannte Aktivistin angezeigt, die den ­öffentlichen Raum von rechten Schmierereien befreit. Ein Gespräch mit Irmela Mensah-Schramm

Carmela Negrete

Sie waren vor ein paar Wochen in Bautzen. Was haben Sie dort gemacht?

Ich bin am 3. November sehr früh nach Bautzen gefahren, weil ich das schon lange wieder machen wollte. Ich war schon zweimal dort, um rechte Schmierereien und Aufkleber zu entfernen – vergangenes Jahr mit einem Team von Spiegel TV. Damals habe ich einen Nazischriftzug mit einem Herz übermalt. Daraufhin kam ein besorgter Bürger, der sagte, so etwas wolle sein Chef nicht an seiner Wand haben. Ich habe erwidert: »Rufen Sie ihn. Dann kann ich ihn vom Herzen überzeugen.« Hat er aber nicht gemacht. Ich kannte also die Atmosphäre in der Stadt. In der letzten Zeit mehrten sich dann die Berichte über Angriffe, etwa auf ein geplantes Geflüchtetenheim, das in Brand gesetzt wurde. In der Gegend geht es ganz schlimm zu, deshalb wollte ich da hin.

Was für Schriftzüge haben Sie dort gefunden und verändert?

Es gab in Bautzen eine Wand, auf der »Nationaler Sozialismus« stand. Das erste Wort habe ich gestri...

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