14.11.2016 / Thema / Seite 12

Gute Islamisten, schlechte Islamisten

Im syrischen Aleppo Freiheitskämpfer, im irakischen Mossul finstere Barbaren. Der jeweilige Umgang mit den religiösen Milizen in den beiden Städten sagt ­einiges über die Doppelmoral in der Begründung westlicher Politik aus

Joachim Guilliard

»Ein Vergleich der Berichte über Mossul und Ostaleppo sagt uns viel über die Propaganda, die wir konsumieren«, schrieb Patrick Cockburn, der renommierte Nahostkorrespondent des britischen Independent am 21. Oktober. Die beide großen, mehrheitlich von Sunniten bewohnten Städte – Aleppo (dessen Ostteil) im Norden Syriens und Mossul im Nordirak – werden aktuell von den jeweiligen Regierungskräften belagert und angegriffen, massiv unterstützt von ausländischen Luftwaffen.

Im Osten Aleppos, wo noch rund 250.000 Einwohner eingeschlossen bleiben, sind 8.000 Kämpfer islamistischer, teils Al-Qaida-naher Milizen unter Beschuss der syrischen Armee und der russischen Luftwaffe. Diese Angriffe werden im Westen heftig angeprangert und als verbrecherisch verurteilt. Gleichzeitig wurde der Beginn der Offensive gegen Mossul, wo sich nach Schätzung westlicher Geheimdienste 5.000–7.000 Kämpfer des sogenannten »Islamischen Staates« (arab. despektierlich »Daesch« abgekürzt) un...

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