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12.11.2016 / Feuilleton / Seite 10

Das standardisierte Verhältnis

Schalt mich ein und schalt mich aus: Gefühle und Computer beim State Festival in Berlin

Tom Mustroph

Das 2. »State Festival« in Berlin war eine »Open Science«-Veranstaltung. Es ging also, platt gesagt, um Wissenschaft für alle. Nerds und verbeamtete Professoren, Künstler und Grenzgänger aller Art wandelten bis zum vergangenen Samstag durchs Kühlhaus am Gleisdreieck. Dreidimensionale »Emoticons« schwirrten dort durch die Luft. Die Gefühlszeichen wiesen keine große Variationsbreite auf. Eine zentrale Erkenntnis des Festivals: Maschinen suggerieren Emotionen mit Standardausdrücken.

Für die Installation »Emotion Hero« hatte der niederländische Künstlers Ruben van de Ven ein paar Smartphones mit Gesichtserkennungssoftware ausgestattet. Neugierige waren aufgefordert, einen Gesichtsausdruck ihrer Wahl zu zeigen. Die Software wertete dann aus, wie nah der einzelne dem Idealausdruck gekommen war. Die meisten waren weit davon entfernt, viele arbeiteten mit wachsender Frustration an Lippenstellung, Krümmung der Augenbrauen, Stellung der Nase, um Freude, Zorn oder Üb...

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