28.10.2016 / Feuilleton / Seite 10

Brüche mit Herz

Als die Nachtigall den Kassettenrekorder traf: Zum Tod des ­polnischen Experimentalkomponisten Eugeniusz Rudnik

Robert Mießner

Eine Karriere im Staatssozialismus: Eugeniusz Rudnik, der am vergangenen Montag kurz vor seinem 84. Geburtstag verstorben ist, brachte es vom Strafarbeiter zum Komponisten für die Expo ’70 in Osaka. Rudnik, Urheber einer Musik, die heute noch aus dem Übermorgen zu kommen scheint, wurde 1932 in dem nordöstlich von Warschau gelegenen Dörfchen Nadkole geboren. In den fünfziger Jahren nahm er ein Studium an der Technischen Militärakademie Warschau im Bereich Telekommunikation auf. Nachdem er mit einer Aufsichtsperson aneinandergeriet, wurde er zur Arbeit in einem Bergwerk verurteilt. Nach seiner Entlassung nahm Rudnik 1955 eine Stelle beim staatlichen Rundfunk Polens an und arbeitete als eine Art Dispatcher für Klempner, Zimmerleute und Maler.

1958 wurde er Techniker am Experimentalstudio von Polskie Radio in Warschau, einer von dem Musikwissenschaftler und Hörspielredakteur Józef Patkowski gegründeten Institution, die es damit in dieser Form ganze viermal in ...

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