26.10.2016 / Inland / Seite 2

»Berufsverbote führen zu Duckmäusertum«

Bevor die Ludwig-Maximilians-Universität München einen Kommunisten einstellen darf, braucht sie das Okay des Verfassungsschutzes. Gespräch mit Kerem Schamberger

Gitta Düperthal

Sie sollen eine Stelle an der Ludwig-Maximilians-Universität in München antreten. Warum blockiert der Verfassungsschutz das?

Es handelt sich um eine halbe Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Professor Michael Meyen, Verfasser des Buchs »Wer jung ist, liest die Junge Welt: Die Geschichte der auflagenstärksten DDR-Zeitung«. Ende Juni hatte ich alle für die Einstellung nötigen Unterlagen für das Personaldezernat der Uni zusammenstellt, auch den sogenannten Verfassungstreue-Fragebogen, bis heute noch in Bayern und Sachsen abzugeben. Dort ist anzukreuzen, in welchen Organisationen man Mitglied ist: Drei Seiten lang sind linke Organisationen aufgeführt, knapp zwei Seiten lang auf gleichsetzende und verharmlosende Weise faschistische und neonazistische Gruppen. Weil mein Name sowieso bekannt ist, habe ich angegeben, Mitglied der DKP, der Roten Hilfe und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes zu sein. Ist etwas angekreuzt, muss das Personaldezern...

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