25.10.2016 / Feuilleton / Seite 11

Halbwelt der Kollaborateure

Dominique Manottis Krimi »Das ­schwarze Korps« spielt im von ­deutschen Faschisten ­besetzten Frankreich

Gerd Bedszent

»Erzählen heißt Widerstand leisten«, liest man in der Vorrede des Krimis »Das schwarze Korps«, der von einem Gestapo-Netzwerk im von den Nazis besetzten Frankreich handelt. In welchem Maße sich die Geheimdienste der Nazis – SD und Gestapo – in den besetzten Ländern einheimischer Kollaborateure bedienten, ist kaum bekannt. Laut Vorwort des Buchs der französischen Autorin Dominique Manotti (das Pseudonym der ehemaligen Gewerkschafterin und Historikerin Marie-Noëlle Thibault) bestand besagtes Netz in Frankreich aus 1.800 deutschen Beamten und rund 30.000 französischen Hilfskräften.

»Das schwarze Korps«, 2004 in Frankreich, 2012 auf Deutsch und nun auch als deutsche Taschenbuchausgabe erschienen, spielt im Paris des Jahres 1944, und zwar in den etwa zehn Wochen von der Landung der Alliierten in der Normandie bis zur Befreiung der Hauptstadt. Da die deutschen Besatzer der dortigen Polizei nie trauten, hatten sie ihre Hilfskräfte in der Regel aus dem Personal fa...

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