Gegründet 1947 Sa. / So., 16. / 17. Februar 2019, Nr. 40
Die junge Welt wird von 2161 GenossInnen herausgegeben
25.10.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Bis zum Tod im Knast

Die US-Gefängnisindustrie beutet Gefangene bis ins hohe Alter aus

Marit Blau

Eine »lebenslange« Haftstrafe bedeutet in den USA für viele Menschen tatsächlich, bis zu ihrem Tod im Gefängnis zu sitzen. Vor ihnen liegt somit eine unbegrenzte Haftstrafe, die nur durch die Willkür sogenannter Begnadigungsausschüsse verkürzt werden kann. Die Gefangenen müssen sich selbst erniedrigen und gegenüber Mithäftlingen Solidarität verweigern, damit diese Ausschüsse in ihrem Sinne entscheiden – denn das gilt als Gradmesser für die jeweilige »Resozialisierung«.

Politische Gefangene sollen den Widerstand aufgeben und ihren Zielen abschwören. So wurde den als »Move 9« bekannt gewordenen Aktivisten, die Ende der 1970er Jahre nach militanten Auseinandersetzungen zu Haftstrafen von bis zu 100 Jahren verurteilt worden waren, in Bewährungsanhörungen immer »gute Führung« attestiert. Da sie sich aber nicht von der antirassistischen Move-Bewegung distanzieren wollten, wurde ihnen eine Begnadigung immer wieder verweigert. So sitzen sie seit 1978 ohne Aussicht...

Artikel-Länge: 3127 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €