25.10.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Bis zum Tod im Knast

Die US-Gefängnisindustrie beutet Gefangene bis ins hohe Alter aus

Marit Blau

Eine »lebenslange« Haftstrafe bedeutet in den USA für viele Menschen tatsächlich, bis zu ihrem Tod im Gefängnis zu sitzen. Vor ihnen liegt somit eine unbegrenzte Haftstrafe, die nur durch die Willkür sogenannter Begnadigungsausschüsse verkürzt werden kann. Die Gefangenen müssen sich selbst erniedrigen und gegenüber Mithäftlingen Solidarität verweigern, damit diese Ausschüsse in ihrem Sinne entscheiden – denn das gilt als Gradmesser für die jeweilige »Resozialisierung«.

Politische Gefangene sollen den Widerstand aufgeben und ihren Zielen abschwören. So wurde den als »Move 9« bekannt gewordenen Aktivisten, die Ende der 1970er Jahre nach militanten Auseinandersetzungen zu Haftstrafen von bis zu 100 Jahren verurteilt worden waren, in Bewährungsanhörungen immer »gute Führung« attestiert. Da sie sich aber nicht von der antirassistischen Move-Bewegung distanzieren wollten, wurde ihnen eine Begnadigung immer wieder verweigert. So sitzen sie seit 1978 ohne Aussicht...

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