22.10.2016 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Peter Weiss hat die DDR immer sehr kritisch eingeschätzt«

Gespräch. Mit Jürgen Schutte. Über die Bedeutung der »Ästhetik des Widerstands«, Korrekturen am Text sowie dessen Rezeptionsgeschichte

Matthias Reichelt

Was begeistert Sie an Peter Weiss1?

Mich fasziniert die Konsequenz, mit der er von früher Jugend an seiner künstlerischen Begabung gefolgt ist und gegen alle Widerstände unentwegt daran gearbeitet hat, für seine Erfahrungen und Einsichten die angemessenen künstlerischen Medien und Formen zu entwickeln. Er wollte bereits als 16jähriger Maler oder Dichter werden und hat diese Entscheidung in einem zähen Kampf gegen sein Elternhaus behauptet.

Weiss ist ein sehr politischer Autor, ist dies auch ein Grund für Ihre Begeisterung?

Seine Politisierung ist eine Folge der Unerschrockenheit, mit der er als Künstler in die Wirklichkeit hineingehört hat – das Wort »lauschen« hat für ihn eine sehr spezifische Bedeutung. Er nahm seine Kunst sehr ernst und analysierte seine Situation genauso aufmerksam. Ohne Scheu vor Konflikten und Peinlichkeiten thematisierte er seine ganz persönlichen Erfahrungen und Katastrophen. Da er in diesem Punkt – lassen Sie uns sagen: de...

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