21.10.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Kleine Auszeit für Dorsche

Reaktionen auf Senkung der Fangquote für Ostseekabeljau durch EU. Experte sieht möglicherweise letzte Chance zur Bestandserholung vertan

Burkhard Ilschner

In der vergangenen Woche haben die für Fischerei zuständigen EU-Minister entschieden, dem Dorsch in der Ostsee eine kleine Erholungspause zu gewähren (jW berichtete kurz). Wegen einer Gefährdung der Bestände wollen die Politiker die zulässige Fangmenge in der westlichen Ostsee um mehr als die Hälfte (56 Prozent) drosseln. Das hat zu kontroversen Äußerungen von Landespolitikern und Lobbyisten geführt. Ob der Art in diesem Gewässer damit ausreichend Gelegenheit zur Regeneration gewährt wird, ist zumindest fragwürdig.

Der begehrte Speisefisch ist zoologisch ein Kabeljau (Gadus morhua). Im Baltischen Meer gefangen, wird er im deutschen Sprachgebrauch Ostseedorsch genannt. Und der wird nach Kräften befischt, was nicht zuletzt dem Berufsstand die Existenz sichert. Kein Wunder, dass Schleswig-Holsteins Landesfischereiverband nach dem Beschluss der Minister von einer »Katastrophe« sprach. Die Kutter- und Küstenfischer in Mecklenburg-Vorpommern forderten zwar Ausgl...

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