30.05.2002 / Inland

Ein merkwürdiger Prozeß

Drei ehemalige DDR-Grenzsoldaten stehen wegen versuchten Totschlages vor Gericht

Harald Mühle

Berliner Landgericht, 39. Große Strafkammer: Während der Verhandlung am 28. Mai fragte Rechtsanwalt Klaus Bartl den Vorsitzenden Richter, Peter Marhofer, wo denn der Vertreter der Jugendgerichtshilfe sei. Dieser schien einen kurzen Augenblick aus der sonst so souveränen Prozeßführung herausgerissen. Gleich darauf fand er aber die passende Erklärung: Die Jugendgerichtshilfe habe einen Bericht übermittelt, es aber abgelehnt, einen Vertreter zu entsenden. Der Mandant von Rechtsanwalt Bartl, für den die Behörde ein Testat erstellt hat, heißt Günter H. und ist 59 Jahre alt.

Das ist nur eine der Merkwürdigkeiten, die diesen neuerlichen sogenannten Mauerschützenprozeß charakterisieren. Die Ereignisse, um die es hier geht, liegen fast genau auf den Tag 40 Jahre zurück. Damals waren die Angeklagten Werner G. und Arno E. 25 Jahre alt, der schon erwähnte Angeklagte Günter H. zählte seinerzeit jugendliche 19 Lenze. Die drei damaligen DDR-Grenzsoldaten (und noch e...

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