11.10.2016 / Inland / Seite 4

Akribisch verfolgt

Feuertod von Oury Jalloh: Marathonprozess gegen Aktivisten soll in die zweite Runde gehen. Sie sollen Beamte beleidigt haben

Susan Bonath

Wer legte das Feuer, in dem Oury Jalloh 2005 in einer Dessauer Polizeizelle verbrannte? Statt Aufklärung zu verlangen, halten Stadt- und Politprominenz an jedem Todestag am 7. Januar eine Gedenkveranstaltung vor dem Revier ab. »Scheinheilig« hatte Ali B. (Name geändert) das Prozedere im Januar 2013 genannt. In Rage geraten, hatte das Mitglied der Oury-Jalloh-Initiative den damaligen Polizeipräsidenten Michael Schulze zur Rede gestellt: »Wer hat Oury verbrannt?« Später wandte er sich an den seinerzeit amtierenden Oberbürgermeister Klemens Koschig und Exrevierleiter Jörg Schwabe: »Warum schützen Sie Mörder?« Antworten gab es keine. »Heuchler« und »Lügner« rief Ali B. ihnen entgegen.

Dem emotionalen Ausbruch – weder griff die Polizei ein noch wurde jemand verletzt – folgte ein prozessualer Marathon: Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau zog vors Amtsgericht. Das verurteilte B. nach 18 Verhandlungstagen im Juni 2015 zu einer Geldstrafe von 4.200 Euro. Der Anklä...

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