05.10.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

Kein Votum für den Krieg

Ergebnis des Referendums in Kolumbien war vor allem ein Protest gegen Präsident Santos

Sascha Jablonski, Bogotá

In weiten Teilen der kolumbianischen Bevölkerung ist die Enttäuschung groß, nachdem sich beim Referendum am Sonntag 50,2 Prozent der Abstimmenden gegen den zwischen Regierung und FARC-Rebellen geschlossenen Friedensvertrag ausgesprochen haben. Eine Erklärung für diesen überraschenden Ausgang hatte zunächst niemand. Ob wie bei früheren Wahlen Stimmenkauf und Manipulationen das Ergebnis verfälscht haben, muss noch ermittelt werden. Der Fernsehsender Telesur wies bereits darauf hin, dass etwa vier Millionen Menschen nicht an der Abstimmung teilnehmen konnten, weil in ihren Regionen Ausläufer des Hurrikans »Matthew« eine ordnungsgemäße Durchführung der Abstimmung fast unmöglich gemacht hatten.

Selbst wenn die Zahlen korrekt sind, ist das Ergebnis des Referendums sicher kein Votum für den Krieg. Auch wenn die Anhänger von Expräsident Álvaro Uribe, die lautstark für das Nein agitiert hatten, nun ihren Sieg feiern und eine »Schlacht« gegen den Frieden gewonnen ha...

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