26.09.2016 / Politisches Buch / Seite 15

Opfer des Antikommunismus

Neue Darstellung des Justizmords an Ethel und Julius Rosenberg legt zwar ­unerschlossene Quellen offen, stellt aber wirre Schlussfolgerungen an

Gerd Bedszent

Die Hexenjagd auf Kommunisten und andere Linke, die besonders in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA schaurige Höhepunkte erlebte, wird in der deutschsprachigen Presse und Literaturlandschaft eher selten thematisiert. Dabei gab es damals einen Justizskandal mit zwei Todesopfern, der sogar weltweit für Schlagzeilen sorgte: Das Leben von Ethel und Julius Rosenberg endete am 19. Juni 1953 auf dem elektrischen Stuhl. Es war die einzige Hinrichtung auf der Grundlage einer Anklage wegen Spionage, die in den USA in Friedenszeiten vollstreckt worden ist.

Gleich vorab: Die Autoren Sina Arnold und Olaf Kistenmacher haben keine Biographie des damals hingerichteten Ehepaares geschrieben. Ihnen geht es in dem hier vorliegenden schmalen Band um eine kritische Bilanz des damaligen Justizskandals unter Einbeziehung neuerer Quellen. Im Buch wird die Beweislage in dem Prozess gegen die Rosenbergs als »außerordentlich dünn« charakterisiert – eine Verurteilung des ...

Artikel-Länge: 4727 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe