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19.09.2016 / Feuilleton / Seite 10

Was tut der Staat?

Die Erinnerung wird breiiger: Eine Berliner Ausstellung auf der Suche nach »dissidentischer Kultur« in der DDR

Florian Neuner

Als der in Ostberlin lebende Bildhauer Hans Scheib in den 1980er Jahren Besuch von Eberhard Roters, dem damaligen Leiter der Berlinischen Galerie in Westberlin, erhielt, äußerte er einen Wunsch: »Ich will nicht als Exot, als DDR-Künstler gesehen werden. Ich bin ein Bildhauer in Deutschland.« Roters, erinnert sich Scheib, habe geantwortet: »Das wird schwer.«

Es ist noch immer schwer. Auch heute stehen Scheibs figurative Holzplastiken in einer Ausstellung, deren Kuratoren (Eugen Blume und Christoph Tannert) sich nicht in erster Linie an ästhetischen, sondern an politischen Fragestellungen orientiert haben. Die »Gegenstimmen«-Schau im Martin-Gropius-Bau widmet sich »Kunst in der DDR« aus den Jahren 1976 bis 1989 und erinnert in ihrem Ansatz an die Rezeption der DDR-Kunst und -Literatur zu Zeiten des Kalten Krieges, als in der BRD noch der dürftigste Roman von Christoph Hein mit größtem Interesse gelesen und darauf abgeklopft wurde, was darin womöglich zwisch...

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