Gegründet 1947 Mittwoch, 16. Oktober 2019, Nr. 240
Die junge Welt wird von 2216 GenossInnen herausgegeben
03.09.2016 / Ausland / Seite 7

Stunksitzung in Warschau

Reprivatisierungsaffäre in Polens Hauptstadt: Sozialprotest trifft auf Parteitaktik

Reinhard Lauterbach

Die Sondersitzung des Warschauer Stadtrats am Donnerstag nachmittag war auf mehreren Ebenen stürmisch. Von der die Stadt regierenden Bürgerplattform (PO) als Befreiungsschlag in der Affäre um die Reprivatisierung städtischer ­Immobilien geplant, lief die Sitzung in den ersten Stunden völlig aus dem Rahmen. Mehrere hundert Angehörige von Mieterinitiativen und linken Gruppen hatten den Zuschauerraum besetzt. Sie forderten den Rücktritt der Oberbürgermeisterin Hanna Gronkiewicz-Waltz, schwenkten Transparente mit Parolen wie »Wohnen ist Menschenrecht, keine Ware« und bewarfen die Ratsherren und -frauen mit Tischtennisbällen, auf die sie die Adressen reprivatisierter Häuser gemalt hatten. Die Ratsvorsitzende von der PO zog die Sitzung mit immer neuen Beratungspausen in die Länge, um die angekündigte Möglichkeit zu Wortmeldungen der Mietervereine so lange zu verzögern, bis die Fernsehsender die anfängliche Liveübertragung der Sitzung beendet hatten. Als die Akt...

Artikel-Länge: 3930 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €