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02.09.2016 / Feuilleton / Seite 10

Kreuzberger Notizen. Vor der Kaserne, vor dem großen Tor

Eike Stedefeldt

Eine alte Ansichtskarte. Die Verwaltungseinheit Kreuzberg war noch nicht gebildet, aber den Postzustellbezirk Berlin SO 33 gab es schon, als Helene Thiele in Braunschweig sie 1912 aus dem Briefkasten fischte. Hat sie gelächelt beim Anblick des Fotos? Möglich, dass einer der zwanzig Pioniere darauf ihr Verlobter war. Vielleicht der hübsche ranke Fahrradmelder ganz rechts? Oder war eines der Milchgesichter ihr zur Telegraphenabteilung eingezogener Sohn? Aus Berlin SO oder SW Bilder uniformierter Einheiten gesandt zu bekommen war jedenfalls so ungewöhnlich nicht. Preußen war ein Militärstaat gewesen, das Reich von Blut und Eisen nie losgekommen – und in Kreuzberg künden davon auf Schritt und Tritt steinerne Zeugen.

Besagte Telegraphentruppe etwa war am Nordrand des Bezirks stationiert. »An der Ecke der Köpenicker und der Brommystraße liegt an der westlichen Seite die Militär-Bäckerei, an der östlichen die Pionier-Kaserne, und letzterer gegenüber die Militär-T...

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