26.08.2016 / Ausland / Seite 6

Unabhängig vom Volk

Mit hohlem Pathos: Eindrücke vom »Unabhängigkeitstag« in Kiew

Dmitri Kowalewitsch, Kiew

Ein plötzlich einsetzender Regenschauer vertreibt selbst die wenigen Touristen von den Straßen. Abgesehen vom Hauptplatz im Zentrum, wo sich einige hundert Menschen in Erwartung der Militärparade versammelt haben, wirkt Kiew an diesem Mittwoch wie leergefegt. Entlang der Hauptstraße Chreschtschatik haben sich einige Zuschauerreihen aufgestellt, zumeist paramilitärische Nationalisten, niedere Beamte (die man zur Teilnahme verpflichtete) und Angehörige der an der Parade Beteiligten. Neben ihnen sind noch angeheuerte Leute in weißen T-Shirts zu sehen, die an diesem Tag für umgerechnet sechs Euro Nationalfahnen schwenken. Viele Kiewer Arbeitsagenturen vermittelten diesen »Job« für die Zeit der Feierlichkeiten, die bereits tags zuvor begannen.

Unmittelbar vor dem Unabhängigkeitstag hatten ukrainische Behörden die Notwendigkeit einer Militärparade betont, um »Putin unsere Stärke zu zeigen«. Demzufolge ist die ganze Show auf lediglich einen einzigen Zuschauer zug...

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