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23.08.2016 / Feuilleton / Seite 10

Kantstraßen-Aufklärung

Wirtschaft als das Leben selbst

Helmut Höge

Gegen die unverhältnismäßige Zunahme an Globalisierungskritikern richtet sich gewissermaßen die Berliner Zeitschrift Flaneur, indem sie sich in jeder Ausgabe auf nur eine Straße (irgendwo auf der Welt) konzentriert. Eine Nummer ist der Westberliner Kantstraße gewidmet. Gleich auf ihrem Umschlag kommt eine Flaneurin zu Wort. Sie sagt: »Wenn man drauf achtet, liegt viel Schmutz auf der Kantstraße, und wenn man genau guckt, sieht man lauter kleine Insekten und Bakterien, die da im Dreck rumwühlen.« Abgesehen davon, dass man Bakterien auch bei genauester Inaugenscheinnahme nicht sehen kann, hat die Boulevardpresse die Kantstraße bisher meist als Ort des Verbrechens wahrgenommen: »Russenmafia in der Kantstraße« titelte z. B. die B. Z.. Die Süddeutsche Zeitung war etwas vorsichtiger in ihrer Einschätzung und fragte erst einmal einen Experten im Berliner Polizeipräsidium: »Kurfürstendamm und Kantstraße sind bereits fest in russischer Hand, heißt es immer. Stimmt...

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