13.08.2016 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Die Gründe für die Flucht der Eritreer liegen bei den Vereinten Nationen«

Gespräch. Mit Fulvio Grimaldi. Eritrea, Libyen, Syrien, Ukraine – Regierungen, die der neoliberalen Globalisierung etwas entgegensetzen, werden mit Hilfe der USA unter Druck gesetzt

Claudia Wrobel

Dokumentarfilme fristen oft ein Nischendasein. Im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden sie, wenn sie überhaupt gesendet werden, nur in den späten Nachtstunden ausgestrahlt. Ihre Filmvorhaben führen Sie in Krisen- und Kriegsgebiete, das Ergebnis ist sehr interessant, aber keine leichte Kost. Sie »vermarkten« die Dokumentationen trotzdem alleine. Warum ist Ihnen Ihre Unabhängigkeit wichtig?

Bis 1999 war ich beim italienischen Staatsfernsehen angestellt, beim dritten Kanal von Rai. Das sollte angeblich der linke Sender sein.

Hat man das gemerkt?

Früher war das schon deutlich, aber heute spürt man das überhaupt nicht mehr – im Gegenteil. 1999 habe ich den Sender verlassen, weil mir die Berichterstattung über den Krieg gegen Serbien nicht gepasst hat. Da wurde er als humanitärer Eingriff verkauft. Ich kannte das Land, ich wusste, was da vor sich ging. Das war eindeutig ein Angriff der NATO. Seitdem bin ich selbständig. Vorher war ich Kriegsberichters...

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