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11.08.2016 / Feuilleton / Seite 10

Auferstehung von den Toten

Macht und Herrschaft in der digitalen Welt

Thomas Wagner

Die Angst vor der Rückkehr der Toten ist in vielen Kulturen bekannt. Ungelöste emotionale Konflikte, nicht eingehaltene Versprechen, Schuldgefühle und dergleichen erschweren den Hinterbliebenen das Abschiednehmen. Im schlimmsten Fall kommen die Verstorbenen in Alpträumen als regelrechte Quälgeister zurück.

In seinem 1996 erschienen Buch »Fremde Träume« hat Ullrich Ahrens solche Phänomene untersucht. So glaubten die Pomo, eine egalitäre Jäger- und Sammlergesellschaft, die auf dem Gebiet des heutigen Kaliforniens existierte, dass die Totengeister ein Bedürfnis verspüren, auf dem Wege des Träumens zu ihren Nachfahren zurückzukehren und ihr ehemaliges Eigentum heimzusuchen. »Aus diesem Grunde werden im Laufe der Bestattungsriten all die Besitztümer des Verstorbenen verbrannt. Nichts, kein Jagd- oder Sammelgerät, welches der Verstorbene zu Lebzeiten benutzt hatte, soll auf Erden ein Gedächtnis an ihn bewahren. Es könnte die Seele eines Verwandten wie auch d...

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