08.08.2016 / Feuilleton / Seite 11

Die Wupper dröhnt

Von den Schmerzen der Nachkriegszeit: Überlegungen zu Paul Pörtners Roman »Gestern«

Jan Decker

Ich war 2013 in Wuppertal, um für mein Feature »Morgenland und Abendland. Friedrich Engels, der Erfinder des Marxismus, und mein Urgroßvater Wilhelm Decker, der Erfinder des Annähdruckknopfs« (Deutschlandradio Kultur 2013) zu recherchieren. Darin geht es um ein Familiengerücht, das wir Deckers sorgfältig hüteten, das wir uns manchmal verschwörerisch zuraunten, das wir meistens aber verschwiegen: Meine Familie sei mit dem deutschen Philosophen Friedrich Engels verwandt. Wie ich bei meinen Recherchen in Wuppertal herausfand, ließ sich das nicht halten. Für das Feature war das kein Problem, im Gegenteil: Die Enttäuschung steigerte den Unterhaltungswert. Und ich nahm manches aus Wuppertal mit, das ich ohne diese Enttäuschung nicht kennengelernt hätte.

Zum Beispiel Paul Pörtners Roman »Gestern« (1965), gerade einmal 196 Seiten stark. Ich gebe zu, dass ich kurze Texte mag. Sie können, wenn sie wie bei Pörtner mit einer großen Konzentration der Beschreibung g...

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