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30.07.2016 / Schwerpunkt / Seite 3

»Alle leiden unter den sozialen Bedingungen«

Über die ökonomische Situation in der Ukraine, Möglichkeiten einer Annäherung an Russland und die Situation in den Volksrepubliken im Donbass. Ein Gespräch mit Nikolai Asarow

Reinhard Lauterbach, Moskau

Nikolai Janowitsch, Sie leiten das Komitee zur Rettung der Ukraine. Aber wenn man sich die katastrophale Wirtschaftslage in dem Land anschaut, stellt sich die Frage: Was ist denn da überhaupt noch zu retten?

(Atmet schwer.)

Das ist eine schwierige Frage. Alle großen Unternehmen stehen im Moment praktisch still. Aber was ist der Hauptgrund dafür? Der Abbruch der Handelsbeziehungen mit Russland. In Russland gibt es Bedarf an unseren Produkten, und Russland hat auch das Geld, sie zu kaufen. Nur ein Beispiel: Russland hat das größte Eisenbahnnetz der Welt. Es braucht jedes Jahr Schienen, Waggons jeder Art vom Kesselwagen bis zum Schnellzugwaggon, Lokomotiven, Weichen und so weiter. All diesen Eisenbahnbedarf kann die Ukraine herstellen. Und das ist nur das Beispiel einer einzigen Branche. Aber wer außer Russland kann uns diese Produkte abkaufen? Leider niemand.

Aber ist dieser Zug nicht schon abgefahren? Schließlich ist Russland nach dem Maidan und den...

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