29.07.2016 / Ausland / Seite 7

Feldzug gegen die Medien

Presse, Funk und Fernsehen im Visier des türkischen Präsidenten Erdogan. Armeeführung ebenfalls umgebildet

Kevin Hoffmann, Istanbul

Nur eine Woche nach der Ausrufung des Ausnahmezustandes macht der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan von seinen fast unbegrenzten Befugnissen Gebrauch und verändert nicht nur die Medienlandschaft seines Landes nachhaltig. Laut AFP wurden am späten Mittwoch abend drei Nachrichtenagenturen, 16 Fernseh- und 23 Radiosender, 45 Zeitungen, 15 Magazine und 29 Verlage per Dekret des Präsidenten geschlossen. Ihnen allen wird vorgeworfen, zum Netzwerk des in den USA lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen zu gehören. Dieser wird für den gescheiterten Putschversuch am 15. Juli verantwortlich gemacht. Unter den betroffenen Medien sind in der Türkei bekannte Namen wie die Nachrichtenagentur Cihan, der Fernsehsender Kanal Türk, die Zeitungen Taraf, Millet und Bugün sowie die bekannten Magazine Aksiyon und Nokta.

Parallel zu dem Verbot wurden seit Wochenbeginn gegen rund 90 Journalisten Haftbefehle erlassen. Darunter sind allein 47 ehemalige Mitarbeiter von ...

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