27.07.2016 / Feuilleton / Seite 11

In den Spiegeln

Brüche, kein Mitleid: An der Neuköllner Oper in Berlin läuft »Stella«, ein Stück über eine jüdische Judenjägerin der Nazis

Anja Röhl

Wer sich mit den Geschichten untergetauchter jüdischer Menschen in Berlin zur Zeit des Faschismus beschäftigt hat, der kennt Stella Goldschlag. Stella war eine, wie man damals sagte, »arisch« aussehende Frau, die von den Nazis zur Jüdin gemacht wurde. Eine Zuschreibung, die sie für sich selbst niemals akzeptierte. Statt es zu einer berühmten Jazzsängerin zu bringen, wie sie es vorhatte, entwickelte sie sich zur »Greiferin« der Gestapo. »Greifer« wurden Juden genannt, die untergetauchte Juden jagten und den Nazis auslieferten.

»Stella. Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm« heißt ein »Singspiel«, das in der Neuköllner Oper in Berlin läuft. Eine Negativfigur, eine Nazitäterin, zur Hauptperson einer Geschichte zu machen, birgt immer ein Risiko. Nämlich das, Mitleid zu erregen durch Aufdeckung der Hintergründe, besonders in diesem Fall, wo die Täterin der Hauptopfergruppe angehört. Peter Lund (Text) und Wolfgang Böhmer (Musik) sind zusammen mit dem Ensemble d...

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