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25.07.2016 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Strippenzieher in Nöten

In Italien wurden die Brüder De Benedetti wegen fahrlässiger Tötung von zehn ­Olivetti-Arbeitern verurteilt. Scharfe Kritik an Regierungschef Renzi

Raoul Rigault

Die Brutalität kapitalistischer Ausbeutung ist selten Thema vor Gericht. Ihre Verantwortlichen und Nutznießer kommen meist ungeschoren davon. Umso größer das Erstaunen, als es jetzt einen der führenden Kapitalisten Italiens erwischte. Am 18. Juli fällte ein Turiner Gericht nach achtmonatiger Verhandlung ein spektakuläres Urteil: Der ehemalige Besitzer des Olivetti-Konzerns, Carlo De Benedetti, erhielt, ebenso wie sein Bruder Franco, wegen fahrlässiger Tötung in zehn Fällen eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten. Beide seien während ihrer Zeit als Vorstands- und Aufsichtsratschefs von 1978 bis 1996 bzw. 1989 schuld am Tod von zehn Arbeitern gewesen, die nach langandauerndem Kontakt mit Asbest zwischen 2008 und 2013 qualvoll an Krebs gestorben waren.

Das Urteil liegt nur wenig unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten sechs Jahren und acht Monaten bzw. sechs Jahren und vier Monaten. Insgesamt waren 17 Personen angeklagt, von denen 13 v...

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