22.07.2016 / Thema / Seite 12

Der patriotische Europäer

Geert Wilders sieht durch Euro und Islam die Identität der Niederländer und ­anderer Völker des Kontinents bedroht. Seiner Ein-Mann-Partei PVV beschert die Demagogie Erfolge

Theo Wentzke

Lange bevor es Pegida gab, haben in den Niederlanden zuerst der 2002 ermordete Politiker und Soziologe Pim Fortuyn und dann Geert Wilders angesichts der fortgesetzten Einwanderung von Muslimen den Verlust der nationalen Identität von Volk und Vaterland beklagt. Sie forderten deren entschlossene Verteidigung und errangen damit große Wahlerfolge. Die europäische »Flüchtlingskrise« beschert der Partij voor de Vrijheid (PVV, Partei für die Freiheit) von Wilders, der deren einziges Mitglied ist, um zu verhindern, dass sie »von falschen Leuten übernommen werden könnte«, einen neuen Höhenflug. Würde jetzt gewählt, könnte nach einer repräsentativen Umfrage des Instituts Maurice de Hond vom 17.7. Wilders mit 37 statt der 15 Parlamentsmandate rechnen, die seine Partei bei der letzten Wahl von 2012 errang – die PVV würde damit zur stärksten Partei. Deren Hauptprogrammpunkt ist die angebliche Islamisierung der Niederlande. Aber auch der Euro und der ganze Supranatio...

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