Der Schwarze Kanal
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14.07.2016 / Feuilleton / Seite 10

Mysterium Alltag

Lakonische Erzählungen aus dem prekären Alltag der 1960er Jahre: Es gilt, Lucia Berlin neu zu entdecken

Matthias Reichelt

»Nonnen haben sich sehr darum bemüht, mir beizubringen, gut zu sein« – dies ist ein typischer Einstieg für eine Erzählung von Lucia Berlin. Klar, prägnant und mit der leisen Andeutung des Scheiterns versehen.

Die eigenwilligen Short Stories der 2004 verstorbenen Schriftstellerin wurden in den USA im vorigen Jahr wiederentdeckt und in den angesehenen Feuilletons gefeiert. Das Material für ihre Erzählungen fand Lucia Berlin stets in ihrer nächsten Umgebung. Ihre eigene turbulente Biographie ging in ihr Werk ein.

Geboren wurde sie 1936 in einer Kleinstadt in Alaska. Mit den eingangs erwähnten Nonnen war sie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Santiago de Chile konfrontiert. Berlins Familie war in das lateinamerikanische Land gezogen, weil der Vater als Bergbauingenieur dort einen Job bekommen hatte – und gleichzeitig für die CIA arbeitete.

Im College in Santiago war ausgerechnet die einzige US-Amerikanerin eine Kommunistin. Sie unterrichtete Geschichte und ...

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