Der Schwarze Kanal
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12.07.2016 / Feuilleton / Seite 10

Wilderer zähmen

Wirtschaft als das Leben selbst

Helmut Höge

In seinem letzten Roman »Schloss Fürstenkron« erzählt der im Hultschiner Ländchen (heute im Nordosten Tschechiens an der Grenze zu Polen) aufgewachsene Dichter August Scholtis von einem Kleinbauern, der den Waldbesitz des Fürsten nicht anerkennt und darin wildert, um seine Frau und seine 14 Kinder zu ernähren. Die meisten seiner Jungs arbeiten später in den neuen Bergwerken der Umgebung, die Mädchen gehen als Haushaltshilfen nach »Westdeutschland«. Der Sohn aber, der sich zum »schlimmsten Wilderer« entwickelt hat, wird vom Oberförster zur Wilddiebbekämpfung eingestellt. Von dieser Praxis der Obrigkeit berichtete einst auch ein Förster des Büdinger Fürsten in Hessen. Sie klingt ebenso in der Fallsammlung »Wilddieberei und Förstermorde« von Otto Busdorf an, einem sozialchauvinistischen Berliner »Wildererjäger« im Rang eines Kriminalkommissars.

Wilderer ist nicht gleich Wilderer. Der Historiker Norbert Schindler unterscheidet in seiner Studie »Wilderer im...

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