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Tränen und Taktierer
Gleiche Brüder, verschiedene Kappen: Brasilien hat für ein paar Monate einen neuen Parlamentspräsidenten
Peter SteinigerBrasiliens Interimspräsident Michel Temer hat eine Niederlage erlitten, die ihm wenig Kopfschmerzen bereiten dürfte. In der Nacht zum vergangenen Donnerstag scheiterte der von ihm für das Amt des Parlamentspräsidenten präferierte Kandidat Rogério Rosso. In einer Kampfabstimmung konnte sich im Abgeordnetenhaus in Brasília Rodrigo Maia von den konservativen Demokraten (DEM) mit 285 zu 170 Stimmen durchsetzen. In der ersten Runde hatte Maia bereits knapp vor Rosso gelegen, die absolute Mehrheit jedoch verfehlt.
Die Wahl war notwendig geworden, nachdem der bisherige Parlamentschef Eduardo Cunha, wegen einer Schmiergeldaffäre mit geheimen Bankkonten in der Schweiz am 5. Mai vom Obersten Gerichtshof suspendiert, eine Woche zuvor zurücktrat. Der ultrakonservative Cunha war einer der Drahtzieher der politisch motivierten Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei (PT) wegen angeblicher Bilanztricks. Rousseff ist seit dem 12. Mai suspendie...
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