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05.07.2016 / Feuilleton / Seite 10

Korruption und Wahn

Martin Keßler schließt seine Langzeitstudie über den Staudammbau im Amazonasgebiet ab – heute ist die Filmpremiere in Frankfurt am Main

Gitta Düperthal

Dieser Dokumentarfilm mutet an wie ein Drama: »Countdown am Xingu V« von Martin Keßler. Es ist der fünfte und vorläufig letzte Teil einer Langzeitbeobachtung der Kämpfe brasilianischer Indigener gegen den Bau des Megastaudamms Belo Monte seit 2009.

Der Staudamm in der Nähe der kleinen Stadt Altamira ist mittlerweile fertiggestellt, viele Menschen dort haben alles verloren. Nun bleibt zu beschreiben, wie brutal die Globalisierung des Kapitals funktioniert. Dazu ist Keßler noch einmal um den Erdball gereist. In seinem neuen Film präsentiert er zum einen Manager in grauen Anzügen, die selbstverliebt Reden über »saubere Energien« halten – im wohlsituierten Deutschland, wo multinationale Konzerne satte Gewinne einfahren. Zum Beispiel, wenn sie wie Siemens Turbinen für den »Staudammwahn« liefern, wie der brasilianische Bischof Erwin Kräutler diese Geschäfte nennt.

Zum anderen zeigt Keßler, wie in Brasilien die Menschen, die in seinen früheren Filmen als eb...

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