04.07.2016 / Thema / Seite 12

Eingeschränkte Unabhängigkeit

Vor 70 Jahren wurden die Philippinen als erste und einzige Kolonie der USA in Asien zu einem formell souveränen Staat

Rainer Werning

Schon am 12. Juni 1898 war in den Philippinen durch General Emilio Aguinaldo die Republik ausgerufen worden – ein Fanal des Freiheitskampfes in der Region Südostasien. Doch seine Unabhängigkeit von den USA – den auf die Spanier folgenden, neuen Kolonialherren – erlangte der Inselstaat erst am 4. Juli 1946. In den dazwischen liegenden knapp fünf Jahrzehnten unternahm Washington alles, um sich die als Untertanen betrachteten Filipinos gefügig zu machen.

Ganz in dem Sinne, wie es der damalige US-Präsident William McKinley im Sommer 1898 in einer Ansprache an eine Gruppe protestantischer Geistlicher skizziert hatte: »Sie (die Philippinen, R. W.) waren nicht reif für die Selbstregierung, sie hätten dort bald Anarchie und eine schlimmere Misswirtschaft gehabt.« Den USA bleibe nichts übrig, »als die Filipinos zu erziehen, sie emporzuheben, zu zivilisieren und zu christianisieren und mit Gottes Gnade das Beste für sie zu tun wie für unsere Mitmenschen, für die...

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