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29.06.2016 / Inland / Seite 5

»Nicht gerichtsüblich«

Applaus für den Richter und Solidarität von Kollegen: Verfahren gegen Betriebsrätin wegen AfD-Schelte

Gitta Düperthal

So einfach, wie es sich die Geschäftsführerin des Metallbetriebs Dematic, Barbara Wladarz, vorgestellt hatte, ist es nicht: Sie dachte, es sei kein Problem, eine Betriebsrätin abzumahnen, weil sie während einer Betriebsversammlung Arbeiterfeindlichkeit und Rassismus der Alternative für Deutschland (AfD) angeprangert hatte. Die Betroffene, Jennifer Weißenbrunner, hatte daraufhin beschlossen, im Rahmen eines Beschlussverfahrens zu klagen. Die Gewerkschaft solidarisierte sich: »Eine solche Maßregelung von Gewerkschaftern, die sich zum Rechtspopulismus äußern, können wir auf keinen Fall widerspruchslos hinnehmen!« So heißt es im Schreiben der 1. Bevollmächtigten der IG Metall Offenbach, Marita Weber. Dies widerspreche dem Satzungsauftrag sowie Gewerkschaftsbeschlüssen. Sie forderte ihre Kollegen auf, die junge Betriebsrätin durch ihre Anwesenheit bei der Verhandlung zu unterstützen.

In der Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Offenbach machte am Montag a...

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