19.04.2002 / Feuilleton / Seite 0

Wider die Postkarten

Das Diesseits im »Jenseits von Europa«: Am Mittwoch ging in Köln das hier und heute wichtigste Festival des afrikanischen Kinos zu Ende

Johannes Rosenstein

»Leben heißt Scheiße fressen!« brüllen die Straßenjungs von Casablanca. Sie schnüffeln Klebstoff, betteln und stehlen, leben im Abfall. Ali Zaoua verweigert den Schlachtruf. Er, Boubker, Omar und Kwita verlassen die Gang. Kurze Zeit später wird Ali erschlagen. Die drei Freunde wollen ihm ein königliches Begräbnis verschaffen, dafür brauchen sie Geld: Boubker verkauft Muschelketten, Kwita macht den Fischer ausfindig, bei dem Ali als Matrose anheuern wollte, Omar freundet sich mit Alis Mutter an, einer Prostituierten, die noch nichts vom Tod ihres Sohnes weiß.

Die gute Nachricht zuerst. Auf dem Kölner Filmfestival »Jenseits von Europa« zeigte sich: Weiße sind heute absolut ersetzbar, zumindest in afrikanischen Filmen, wo sie nicht mal mehr als Statisten besetzt werden. Das war mal anders. »Ihr schaut uns an, als wären wir Insekten«, warf der senegalesische Regisseur Ousmane Sembène den weißen Filmemachern vor 35 Jahren vor. Die Kolonialzeit war nur auf...

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