21.06.2016 / Ausland / Seite 6

Terror gegen Indigene

Anschläge im Hinterland. Nach dem Machtwechsel in Brasilien verschlechtert sich die Lage seiner ursprünglichen Völker weiter

Peter Steiniger

Sie kamen am Morgen des 14. Juni. Dutzende Bewaffnete, die Gutsbesitzer aus der Gegend und ihre Männer. Von Kleintransportern und Motorrädern eröffneten sie das Feuer auf die Menschen in Toro Passo, einem Teil des Landgutes Yvu bei der Stadt Caarapó inmitten des südöstlich gelegenen brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso do Sul. Der 26jährige Krankenpfleger Cloudione Rodrigues Souza wurde tödlich getroffen, sechs weitere Opfer des Angriffs erlitten Schussverletzungen, darunter ein Kind im Alter von zwölf Jahren. Der Überfall galt einer Gruppe von Guaraní-Kaiowá, der größten präkolumbischen Ethnie in Brasilien. Erst drei Tage zuvor hatten die Familien das Stück Land besetzt. Es liegt im Indigenen-Territorium Dourados-Amambaipeguá. Auf 56.000 Hektar leben hier noch etwa 5.800 Angehörige der südamerikanischen Urbevölkerung.

Der Konflikt um den Boden hier ist alt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Guaraní-Kaiowá von Kolonisten ihres Landes beraubt ...

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