20.06.2016 / Thema / Seite 12

»14 Millionen Schweinehunde«

20. Juni 1926: »Der Sturm ist vorüber«. Große Beteiligung und dennoch ­zuwenig. Der Volksentscheid für eine entschädigungslose Enteignung der deutschen Fürsten scheitert

Manfred Weißbecker

Als vor 90 Jahren am Abend des 20. Juni die Wahllokale schlossen, endete eines der bedeutsamsten Ereignisse in der Weimarer Republik. Knapp 15,6 Millionen der Stimmberechtigten hatten sich an einem Volksentscheid beteiligt – 39,3 Prozent aller Wähler. Von ihnen votierten etwas mehr als eine Million gegen den Gesetzentwurf, der sowohl von KPD und SPD als auch dem im Januar 1926 entstandenen Kuczynski-Ausschuss zur entschädigungslosen Enteignung der deutschen Fürsten vorgelegt worden war (siehe jW-Thema vom 25.11.2015 und vom 4.3.2016), oder hatten ungültige Wahlscheine abgegeben. Damit war der Volksentscheid gescheitert. 5,4 Millionen Stimmen fehlten, um eine Behandlung des Gesetzentwurfes im Parlament zu erzwingen.

Dem standen jedoch 14,5 Millionen Jastimmen entgegen, vier Millionen mehr, als die beiden Arbeiterparteien bei der letzten Reichstagswahl erhalten hatten. Und es waren noch einmal zwei Millionen mehr als beim Volksbegehren, das vom 4. bis zu...

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